Warum leben so viele Menschen 2025 in einer Delusionship ohne echte Partner

Delusionship als psychologisches Phänomen beschreibt den aktuellen Trend, bei dem Individuen eine tiefgreifende emotionale Bindung zu einer Person aufbauen, die in der Realität entweder kaum existiert oder keine romantischen Absichten hegt. Laut aktuellen Erhebungen des Rheingold-Instituts aus dem Jahr 2025 gaben rund 24 Prozent der jungen Erwachsenen an, sich mindestens einmal in einer rein fiktiven Beziehungsdynamik befunden zu haben, die primär in sozialen Medien genährt wurde. Diese Entwicklung zeigt, wie stark die Grenze zwischen digitaler Projektion und echter zwischenmenschlicher Interaktion verschwimmt, was häufig zu einer verzerrten Wahrnehmung der Realität führt. Journalistische Analysen verdeutlichen, dass Plattformen wie TikTok diesen Zustand durch spezifische Algorithmen verstärken, die Bestätigung für einseitige Sehnsüchte liefern. In einer Welt, die zunehmend von Einsamkeit und digitaler Isolation geprägt ist, dient die Flucht in die Fantasie oft als fragiler Schutzmechanismus gegen die Komplexität echter Bindungen. Darüber berichtet die Redaktion GlückID.
Psychologische Ursachen und die Mechanismen der Projektion
Die Entstehung einer Delusionship basiert meist auf einem tief verwurzelten Bedürfnis nach Validierung und der Unfähigkeit, mit realen Zurückweisungen umzugehen. Psychologen beobachten, dass die Betroffenen selektive Wahrnehmung nutzen, um neutrale Handlungen des Gegenübers als eindeutige Signale von Zuneigung umzudeuten. Dies geschieht oft unbewusst, um ein inneres Vakuum zu füllen, das durch mangelnde reale Bindungserfahrungen entstanden ist. Die Forschung unterscheidet hierbei deutlich zwischen harmloser Schwärmerei und einer pathologischen Fixierung, die den Alltag dominiert. Oft spielen traumatische Bindungsmuster aus der Kindheit eine Rolle, die in das Erwachsenenalter übertragen werden. Das Gehirn schüttet bei diesen Tagträumen Dopamin aus, was einen Suchtfaktor erzeugt und die Loslösung von der Fantasie erschwert. In der klinischen Praxis wird vermehrt über Fälle berichtet, in denen die betroffenen Personen den Kontakt zur Realität teilweise verlieren und soziale Verpflichtungen vernachlässigen. Eine systematische Aufarbeitung dieser Muster ist für die psychische Gesundheit essenziell, um wieder tragfähige Beziehungen führen zu können.
Merkmale einer Delusionship im Vergleich zur Realität
| Phänomen | Delusionship (Fantasie) | Reale Partnerschaft |
| Interaktion | Findet primär im Kopf oder digital statt | Gegenseitiger physischer und verbaler Austausch |
| Konfliktpotential | Konflikte werden ignoriert oder weggedacht | Probleme werden aktiv kommuniziert und gelöst |
| Zukunftsplanung | Einseitig, unrealistisch und ohne Absprache | Gemeinsame Ziele und konkrete Absprachen |
| Gefühlsebene | Rauschhaft, oft angstbesetzt vor Entdeckung | Stabilisierend, vertrauensvoll und sicher |
Forschungsergebnisse und aktuelle soziologische Studien
Aktuelle Daten der psychologischen Fakultät der Universität Wien aus dem ersten Quartal 2025 belegen, dass die Dauer solcher Scheinbeziehungen durch die ständige Verfügbarkeit von digitalen Fußabdrücken der Zielperson signifikant zugenommen hat. Probanden verbringen im Durchschnitt drei bis vier Stunden täglich damit, Profile zu analysieren und Szenarien im Geist durchzuspielen. Dies führt zu einer nachweisbaren Minderung der Konzentrationsfähigkeit im beruflichen Umfeld und steigert das Risiko für depressive Verstimmungen. Interessanterweise zeigt die Studie auch, dass Frauen zwischen 18 und 30 Jahren häufiger zu dieser Form der emotionalen Selbsttäuschung neigen als andere demografische Gruppen. Die Experten warnen vor einer Chronifizierung dieses Verhaltens, da die Schwelle zur realen Kontaktaufnahme durch die Angst vor dem Scheitern der Fantasie immer weiter ansteigt. Ein wesentlicher Faktor für diesen Trend ist die zunehmende Optimierung des Selbstbildes in digitalen Räumen, die den Vergleich mit realen Partnern unmöglich macht. Die soziologische Perspektive deutet darauf hin, dass die Gesellschaft verlernt, die Imperfektion des Gegenübers zu akzeptieren und stattdessen das makellose Bild bevorzugt.

Digitale Einflüsse auf die Beziehungsdynamik
Soziale Medien wirken in diesem Kontext als Brandbeschleuniger für die Entstehung von Wahnvorstellungen in Bezug auf Romantik. Funktionen wie Story-Ansichten oder Standortmarkierungen bieten eine Fülle an Material für die Konstruktion fiktiver Narrationen. Die Nutzer interpretieren jede Aktivität als eine versteckte Nachricht an sich selbst, was in der Fachsprache als Beziehungsreferenz bezeichnet wird. Es entsteht ein Teufelskreis aus Überwachung und Interpretation, der das Nervensystem in ständige Alarmbereitschaft versetzt. Viele Betroffene berichten von einem Gefühl der Erschöpfung, da die Aufrechterhaltung der Fantasie viel mentale Energie kostet. Die Sucht nach dem nächsten digitalen Beweisstück für die vermeintliche Liebe verhindert die Heilung von Liebeskummer oder Einsamkeit.
Faktoren der digitalen Verstärkung
- Algorithmische Bestätigung durch ähnliche Inhalte auf Social Media
- Möglichkeit der permanenten Überwachung ohne physische Präsenz
- Filterblasen, die unrealistische Schönheitsideale und Lebensstile fördern
- Mangel an physischen Korrektiven im unmittelbaren Umfeld
- Anonymität, die das Ausleben extremer emotionaler Zustände erleichtert
- Fehlen von direktem Feedback der Zielperson
Wege aus der emotionalen Selbsttäuschung und Prävention
Der erste Schritt zur Besserung ist die radikale Akzeptanz der aktuellen Situation und die schmerzhafte Einsicht, dass die Beziehung nicht existiert. Experten empfehlen eine digitale Entgiftung, bei der alle Kanäle zur Zielperson konsequent gesperrt werden, um dem Gehirn die Möglichkeit zur Entwöhnung zu geben. Es ist wichtig, den Fokus wieder auf das eigene Leben und reale soziale Kontakte zu richten, um die Dopaminquellen zu diversifizieren. Oft hilft es, ein Tagebuch zu führen, in dem Fakten von Interpretationen strikt getrennt werden, um die eigene Wahrnehmung zu schulen. Therapeutische Begleitung kann sinnvoll sein, wenn das Muster der Delusionship wiederholt auftritt und die Lebensqualität massiv einschränkt. Die Stärkung des Selbstwertgefühls unabhängig von externer Bestätigung ist der langfristige Schlüssel zur Prävention. Wer lernt, die Stille und das Alleinsein auszuhalten, ist weniger anfällig für die Verlockungen der Flucht in fiktive Welten. Letztlich geht es darum, die Schönheit des Unvollkommenen im Hier und Jetzt wiederzuentdecken.
Praktische Schritte zur Rückkehr in die Realität
| Zeitraum | Maßnahme | Zielsetzung |
| Woche 1 | Vollständiger Social Media Block der Person | Unterbrechung der Dopamin-Zufuhr |
| Woche 2 | Aufnahme neuer haptischer Hobbys | Fokus auf körperliche Realität |
| Woche 3 | Treffen mit realen Freunden ohne das Thema | Soziale Reintegration |
| Woche 4 | Reflexion der eigenen Bindungsmuster | Ursachenforschung und Heilung |
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